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Steuern / Erbschaft-/Schenkungsteuer 
Montag, 08.10.2018

Eine selbst finanzierte Erbschaft führt nicht zur Minderung der Erbschaftsteuer

Die Finanzierung eines im Eigentum eines Elternteils stehenden Wohneigentums durch die Kinder schmälert beim Erwerb von Todes wegen weder die Bereichung des Kindes noch handelt es sich hierbei um einen steuerfreien Rückfall. So das Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern (Az. 3 K 233/14).

Die Klägerin ist Alleinerbin ihrer Mutter und erbte drei Eigentumswohnungen. Um ihr den Kauf der Wohnungen zu ermöglichen, hatte die Tochter für die Mutter entsprechende Darlehen aufgenommen und die dafür fälligen Zinsen gezahlt. Schuldrechtliche Vereinbarungen zwischen Tochter und Mutter über die Rückzahlung des Geldes oder einer Beteiligung an den Zinszahlungen gab es nicht. Das Finanzamt verlangte Erbschaftsteuer für die Grundbesitzwerte der Wohnungen, berücksichtigte die Darlehensverbindlichkeiten aber nicht. Hiergegen klagte die Erbin.

Das FG Mecklenburg-Vorpommern gab der Klägerin nicht recht. Die Tochter habe die Wohnungen der Mutter durch das Erbe erhalten. Das Finanzamt habe zu Recht die ungeminderten Grundbesitzwerte der Besteuerung zugrunde gelegt. Die von der Klägerin zugunsten der Erblasserin aufgenommenen Darlehen und die gezahlten Kreditzinsen würden diesen Wert nicht mindern. Für die Erbschaftsteuer sei der Nettobetrag der Bereicherung relevant, d. h. der Wert der geerbten Objekte abzüglich etwaiger Verbindlichkeiten. Dass die Tochter die Darlehensverträge zum Erwerb der Wohnungen durch die Erblasserin in eigenem Namen abgeschlossen und die Zinsen für den Erwerb gezahlt hat, habe weder zu einer Werterhöhung der Grundstücke geführt noch sei die Tochter aufgrund ihres finanziellen Engagements bereits vor dem Erbfall wirtschaftliche Eigentümerin der Grundstücke geworden. Die gezahlten Zinsen und Darlehensverbindlichkeiten der Erbin könnten auch nicht als Nachlassverbindlichkeiten steuermindernd berücksichtigt werden.

Damit in der Praxis kleine Immobilien nicht hoch besteuert werden, sollten in solchen Fällen entsprechende vertragliche Vereinbarungen getroffen werden. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren steuerlichen Berater.

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